Diese Oldtimer dürfen auch in die Umweltzone

19.09.2023 | von Florian Roser

Ratgeber

Inhaltsverzeichnis

  1. 1H-Kennzeichen als Voraussetzung
  2. 2Die finanziellen Vorteile des H-Kennzeichens
  3. 3Oldtimer und Umweltzonen
  4. 4Fazit

Dieser Artikel wurde im September 2023 gründlich aktualisiert und verbessert. Im Zuge dessen wurden auch alle Daten und Statistiken auf den neuesten Stand gebracht.

Umweltzonen und die dazugehörigen Plaketten, lokale Diesel-Fahrverbote und die Diskussion um diverse Grenzwerte sorgen für viel Verwirrung bei Autobesitzern hierzulande – vor allem bei älteren Modellen. Strafen riskieren möchte schließlich niemand, fahren aber jeder. Aus diesem Grund haben wir das ganze Thema recherchiert und bieten euch hier einen Guide speziell für alle, die einen Oldtimer fahren.

H-Kennzeichen-als-Voraussetzung

Um es etwas übersichtlicher zu gestalten, fokussiere ich mich bei dem Beitrag auf Fahrzeuge, die ein H-Kennzeichen besitzen. Dieses bekommt ihr für Autos, die vor mindestens 30 Jahren zum ersten Mal zugelassen wurden, eine gültige Betriebserlaubnis besitzen und sich in einem „erhaltenswerten Zustand“ befinden.

Dazu muss der Zustand möglichst ursprünglich sein – das bedeutet, dass nur Umbauten erlaubt sind, die in den ersten 10 Jahren nach der Erstzulassung erfolgten oder dem entsprechen, was damals auch schon erhältlich beziehungsweise gang und gäbe war.

Das kann zum Beispiel bedeuten, dass ihr für ein Fahrzeug, das erst kürzlich im Originalfarbton frisch lackiert wurde, ein H-Kennzeichen bekommt. Hat aber der Vorbesitzer vor 15 Jahren eine eigene Phantasiefarbe aufsprühen lassen, kann das zur Ablehnung eines H-Kennzeichens führen. Optisches Tuning macht die Zulassung grundsätzlich schwieriger, aber nicht unmöglich.

Ob ihr ein H-Kennzeichen bekommt, wird in einer Begutachtung nach §23 StVZO entschieden. Für gewerblich genutzte LKW, sowie Autos, die vermietet werden, ist übrigens kein H-Kennzeichen möglich.

Die finanziellen Vorteile des H-Kennzeichens

Was euch ein H-Kennzeichen bringt? Zum einen wird euer Fahrzeug dann mit 191,73 Euro pro Jahr pauschal versteuert. Das ist bei den meisten Oldtimer durchaus günstiger als ohne H-Kennzeichen – gerade bei größeren Autos mit entsprechend viel Hubraum.

Zusätzlich spart ihr Geld, da Fahrzeuge mit H-Kennzeichen meist günstiger in der Versicherung eingestuft werden.

Oldtimer-Checkliste:
✓ Mindestalter 30 Jahre seit Erstzulassung
✓ dokumentierte Fahrzeughistorie
✓ 90 Prozent originale oder originalgetreue Fahrzeugteile
✓ erhaltenswerter Pflegezustand

Oldtimer und Umweltzonen

Doch wo dürft ihr mit eurem Oldtimer denn nun fahren? Hat dieser ein H-Kennzeichen, so könnt ihr aufatmen – ihr dürft zunächst einmal überall fahren! (Natürlich nur dort, wo die StVO das zulässt, also nicht in Fußgängerzonen oder ähnlichem).

Denn: Mit H-Kennzeichen braucht ihr mit dem Oldtimer für die Durchfahrt von Umweltzonen keine Plakette, unabhängig von der eigentlichen Klassifizierung eures Fahrzeugs in Form einer roten, gelben oder grünen Plakette.

Aber:Für die Diesel-Fahrverbote, die vor allem in großen Städten in letzter Zeit ausgesprochen werden, bringt euch das H-Kennzeichen leider auch nichts. Diese Fahrverbote sind von der Schadstoffklasse eures Autos abhängig und nicht von der Umweltplakette. Die konkrete Auslegung ist hier zwar Sache der Kommunen, mit einem Diesel-Oldtimer wird es aber eng, egal welches Kennzeichen ihr besitzt.

Mit den folgenden wunderschönen Modellen seid ihr aber (nach aktuellem Stand) noch auf der sicheren Seite und dürft überall in Deutschland fahren, solange ihr euch für das Benzin-Modell entschieden habt:

Porsche 944 – der Transaxle-Klassiker

Lange fristeten die Porsche-Modelle abseits des berühmten 911 ein Schattendasein, doch das ist jetzt endgültig vorbei! Die 70er/80er Vibes von 924 und 944 finden immer mehr Anhänger und die Preise steigen – genau der richtige Zeitpunkt, um noch zuzuschlagen. Ideal für den Sommer: Dank Targadach kommt auch im Coupé fast schon Cabriofeeling auf.

BMW E30 – der gute alte 3er

E30 bezeichnet bei BMW die Baureihe des 3er von 1982 bis 1994. Modelle bis einschließlich 1993 qualifizieren sich grundsätzlich für ein H-Kennzeichen.

Ob ihr nun einen Kombi, ein Coupé oder gleich ein Cabrio bevorzugt: Aus der 3er Reihe von BMW gibt es eigentlich alles. Der Look mit den 4 runden Scheinwerfern und der Niere in der Mitte besitzt einen gewissen Kultstatus und durch die Menge an Fahrzeugen auf dem Markt sind die Preise noch wunderbar moderat.

VW 1er Golf – wie alles begann

Den VW Golf kennt wohl jeder und trotzdem oder gerade deshalb besitzt er einen ganz besonderen Charme. Der erste Golf kommt eckig daher und ist noch ein echter Cityflitzer (während der Polo mittlerweile ähnliche Dimensionen annimmt). Wer sich etwas Besonderes gönnen möchte, der sollte nach einem Cabrio oder sogar dem legendären GTI suchen.

Fazit

Wie ihr seht, gibt es also noch einige Oldtimer, mit denen ihr ohne Probleme in den Innenstädten fahren dürft. Daneben winken euch auch finanzielle Vorteile, dank niedriger Steuer und Versicherung. Inzwischen könnt ihr für zahlreiche robuste Fahrzeuge der 1970er und 1980er Jahre ein Oldtimerkennzeichen beantragen. Und jedes Jahr kommen neue Traummodelle dazu.

Entdecke hier auch, die 10 besten Autos für einen Roadtrip und welche Autos perfekt für den Winter geeignet sind. Du bist lieber auf zwei Rädern unterwegs? Dann findest du hier unterschätzte Motorrad-Klassiker.

Nach oben