Schütze dich – Tipps für Kinder und Jugendliche

Smartphone, Tablet, Computer gehören zu deinem Alltag. Im Internet kennst du dich aus. Aber hast du auch alles im Griff? Und weißt du immer genau, mit wem du gerade chattest?

Das Internet ist spannend und hat viel zu bieten, keine Frage. Information, Unterhaltung, Kontakte. Manchmal aber leider die falschen. Denn hier tummeln sich auch viele Kriminelle, die versuchen, das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen zu gewinnen, um sie zu sexuellen Handlungen zu bewegen. Dieses Vorgehen nennt man Cybergrooming. Die Kriminellen tummeln sich auch auf deinen Lieblingsseiten. Vielleicht wurdest du schon einmal auf diese Weise kontaktiert. Du bist nicht allein. Und du musst dich nicht schämen. Sollte dich jemand belästigen, ist es wichtig, dass du weißt, wie du dich schützen kannst.

Erste Tipps und Informationen findest du auf dieser Seite.

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Erwachsene im Internet ganz gezielt nach Kindern und Jugendlichen suchen, um mit ihnen über Sex zu reden?

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Vier von zehn Kindern und Jugendlichen im Internet sexuelle Belästigung erfahren? Die meisten Opfer sind zwischen 13 und 15 Jahre alt.1

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Täglich 9 Kinder in Deutschland Opfer sexueller Gewalt im Internet werden?2

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In jeder Schulklasse aktuell 1-2 Kinder betroffen sind?2

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Fast jeder 10. Jugendliche schon mal pornographisches Material zugeschickt bekommen hat?1

Wie du dich im Internet schützt

Gib möglichst wenig von dir preis

Am besten ist es, wenn du nicht zu viel von dir verrätst. Du solltest …

  • nie deine Adresse, deine Telefonnummer, die Adresse deiner Schule an Fremde geben
  • nicht über dein Alter sprechen
  • kreativ sein und einen Fantasienamen für deine Profile wählen
  • die Standorterkennung bei sozialen Netzwerken deaktivieren.

Wenn Foto, dann nicht sexy

Auch wenn es nachvollziehbar ist, dass du dich anderen von deiner besten und schönsten Seite zeigen möchtest – aufreizende Fotos locken oft die Falschen an. Wähle für dein Profil lieber ein neutrales Foto – zum Beispiel dein Haustier, eine Pflanze, etc. Profilfotos können immer von allen gesehen werden - sie sind wie ein Plakat an deiner Hauswand.

Überhaupt ist bei Fotos Vorsicht angesagt. Denn Bilder, die du einmal verschickt hast, können jederzeit weitergesendet oder von anderen bearbeitet werden. Du verlierst also die Kontrolle über deine eigenen Fotos.

Achtung: Bereits das Verschicken von Bildern, die als sexuelle Aufforderung verstanden werden können ist strafbar!

Vorsicht beim Downloaden und Versenden

Daten oder Mails, die du nicht kennst, solltest du nicht öffnen. Sei auch bei Filesharing oder beim Streamen vorsichtig, denn dabei können auch strafbare Daten – z.B. schlimme Gewaltvideos oder Kinderpornografie – auf deinen Computer gelangen – und dich in ernsthafte Schwierigkeiten bringen.

Schütze deine Familie und Freunde

Gib keine Informationen über andere weiter, ohne sie vorher zu fragen. Das gilt auch für das Weitergeben von E-Mail-Adressen.

Worauf du achten solltest

Du kennst vielleicht den Spruch „Etwas ist zu gut, um wahr zu sein“. Und oft stellt sich heraus, dass es dann auch wirklich nicht wahr ist. Das gilt auch für einige Profile oder Chatpartner, auf die du im Internet treffen kannst.

Du solltest misstrauisch werden wenn …

  • dein Chatpartner sich auffällig um dich kümmert oder dir übertriebene Komplimente macht.
  • dein Chatpartner hauptsächlich über dein Aussehen oder deinen Körper reden will.
  • dein Chatpartner über Sex spricht, sexuelle Dinge von sich erzählt oder nach deinen sexuellen Erfahrungen fragt.
  • dein Chatpartner dir Angebote macht, die sich einfach zu gut anhören, z. B. das Versprechen auf eine Filmrolle oder ein Casting.
  • dein Chatpartner dich gegen deine Eltern oder andere Menschen aufhetzen will.

Wo kann ich mich weiter informieren?

Nicht immer möchte man mit den Eltern reden, schon gar nicht über jedes Thema. Manchmal ist es leichter, mit einer Vertrauensperson aus dem eigenen Umkreis zu sprechen. Oder mit einer neutralen Person. Vor allem, wenn man selbst betroffen ist.

Zahlreiche Institutionen, Initiativen und Vereine bieten Hilfe. Sie beschäftigen sich mit dem Thema sexueller Missbrauch von Kindern über digitale Medien.

Du erfährst, wie du dich am besten verhältst und vor allem wo du Hilfe bekommst, wenn du selbst Opfer von Cybergrooming geworden bist.

Hilfeangebote

Hier finden Opfer von sexuellem Missbrauch Hilfe

Kostenlose, professionelle und anonyme Beratung für Mädchen und Jungen

Weitere Anlaufstellen, Informationen und hilfreiche Tipps findest du auf der Website von Innocence in Danger.

Digitaler Kinderschutz: Informationen für Eltern

Das Internet ist ein unübersichtlicher Ort. Hier ist es leicht, anonym zu bleiben und unter anderer Identität mit Nutzern in Kontakt zu treten. Ideale Bedingungen auch für Täter oder Täterinnen, die auf der Suche nach sexueller Befriedigung online potenzielle Opfer kennenlernen.

Unter den Opfern sind auch Kinder und Jugendliche. Smartphone, Tablet & Co gehören mittlerweile zum Alltag vieler Kinder. Viele besitzen bereits im Grundschulalter ein eigenes Smartphone oder ein eigenes Tablet. Selbst ein verantwortungsvoller und bewusster Umgang damit schützt Kinder nicht automatisch vor sexualisierten Online-Kontakten. Kinder begreifen Manipulationen oft nicht und unterschätzen Gefahren. Kinder sind Erwachsenen kognitiv und emotional unterlegen.

Umso wichtiger ist es, dass Eltern die Risiken kennen und ernst nehmen. Eltern sollten wissen, was sie tun können. Wir können hier nur ein paar Einblicke und Anregungen geben.

Für detaillierte und weiterführende Informationen empfehlen wir dir die Seite von Innocence in Danger.

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728.000 Erwachsene in Deutschland sexualisierte Online-Kontakte zu Kindern (unter 14 Jahren) haben?1

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40% der Kinder und Jugendlichen im Internet sexuelle Belästigung erfahren? Die meisten Opfer sind zwischen 13 und 15 Jahre alt.1

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Was ist Cybergrooming und wie erkenne ich es?

Bei Cybergrooming handelt es sich um die gezielte Kontaktaufnahme zu Kindern über das Internet mit dem Ziel, ihnen sexualisierte Gewalt zuzufügen - sie also zu missbrauchen.

Die Täter und Täterinnen sind vor allem in bei Kindern und Teenagern beliebten Chatportalen, in sozialen Netzwerken, aber auch auf Online-Gaming-Plattformen aktiv. Sie bauen zunächst ein Vertrauensverhältnis zu den Kindern auf. Sie geben sich aufmerksam und besonders fürsorglich. So können sie ihr Opfer leichter manipulieren. In der Regel versuchen die Täter und Täterinnen schnell, die Kommunikation auf private Kanäle (bspw. in Messenger) zu verlegen. Grund dafür sind die Sicherheitsvorkehrungen der Plattformen. Im nicht-einsehbaren Raum werden die Fragen und auch Aufforderungen eindeutiger. Es geht um sexuelle Erfahrungen, Fantasien, um die Zusendung von Bildern und schließlich oft auch um sexuelle Handlungen.

Wie kann ich mein Kind schützen?

Vorbeugend: Regeln und Aufklärung

Grundsätzlich sollten Kinder frühzeitig für die Gefahren im Netz sensibilisiert werden. Vor allem das Versenden von persönlichen Fotos und Videos kann gefährlich werden – was einmal im Internet gelandet ist, lässt sich so schnell nicht mehr löschen. Fotos und Videos können außerdem jederzeit weiter gesendet und von anderen bearbeitet werden. Man verliert die Kontrolle darüber.

Generell sorgt die Anonymität und Pseudonymität im Internet dafür, dass viele Nutzer unter falschem Namen und mit falschem Profil auftreten. Auch ganze Webauftritte und Angebote können gefälscht sein. Es schadet also nicht, vorsichtiger im Netz unterwegs zu sein. Auch verbindliche Regeln für den Umgang mit digitalen Medien helfen. Diese können zum Beispiel in Form eines Abkommens getroffen werden.

Vertrag zur Nutzung digitaler Medien

Bei Innocence in Danger findest du eine Dokumentvorlage für einen „Vertrag zur Nutzung digitaler Medien“ zwischen Eltern und Kindern. Lade sie dir hier herunter. (PDF-Datei, 0,1 MB)

Herunterladen

Weitere Tipps, mit denen das Internet für Kinder sicherer wird:

  • Lass dein Kind nicht alleine im Netz unterwegs sein, schau hin und begleite es von Anfang an
  • Besprich mit deinem Kind, welche Informationen ein Profil enthalten darf und klärt gemeinsam, wie es sich darstellen soll
  • Sicherheitssoftware als „Kindersicherung“ hilft, den Zugang zu nicht altersgerechten Seiten begrenzen. Filtersoftware bietet zum Beispiel JusProg an. Wir haben angegeben, dass die Inhalte von Kleinanzeigen für Nutzer ab 12 Jahren (oder 13+) geeignet sind. Jüngere kommen so nicht auf unsere Seite.
  • Lege feste Zeiten für die Nutzung von digitalen Medien fest
  • Kein Computer im Kinderzimmer, sondern lieber dort, wo er für alle sichtbar ist
  • Handys für jüngere Kinder ohne Internetzugang
  • Bei der Einrichtung eines Profils auf die Einstellungen von Privatsphäre und Sicherheit achten

Wichtig: Erkläre deinem Kind, was es tun kann, wenn es belästigt wird. Bei Instagram oder TikTok, im Chat oder bei Online-Spielen können Nutzer zum Beispiel gemeldet werden. Auch auf Kleinanzeigen können Nutzer oder Inhalte gemeldet werden.

Im Akutfall: Kinder ernst nehmen, Verständnis zeigen, professionelle Hilfe holen

Aber auch Regeln können nicht immer verhindern, dass Kinder Opfer von sexualisierten Kontakten im Netz werden. Da die Täter sehr subtil vorgehen und sich lange Zeit lassen, um das Vertrauen ihrer Opfer zu erlangen, ist es für Kinder wie auch für Eltern schwer, sexuellen Missbrauch rechtzeitig zu erkennen.

Hast du das Gefühl, dass dein Kind Opfer von Cybergrooming geworden ist, bewahre Ruhe. Damit du das schaffst, ist es sicher gut, dir selber Unterstützung zu holen. Die gibt es beispielsweise beim Hilfetelefon Missbrauch oder auf www.hilfeportal-missbrauch.de.

Wichtig ist, bleib mit deiner Sorge nicht allein.

  • Achte auf Veränderungen an deinem Kind: Fällt dir etwas auf?
  • Sei offen: Signalisiere deinem Kind, dass es zu dir kommen kann
  • Nimm es ernst
  • Mache ihm keine Vorwürfe, die Lage ist schlimm genug
  • Bohre nicht nach, lass es von sich aus erzählen
  • Sage deinem Kind, dass es keine Schuld trifft
  • Wenn dein Kind sich dir nicht öffnen möchte, z. B. aus Scham, kannst du es darin bestärken, sich einer anderen Vertrauensperson mitzuteilen

Wo finde ich Hilfe?

Zahlreiche Institutionen, Initiativen und Vereine beschäftigen sich mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern über digitale Medien. Sie halten jede Menge Informationen und Hilfsangebote bereit.

Natürlich bieten auch Polizei und Jugendamt vor Ort Unterstützung.

Innocence in Danger hat ausführliche Tipps für Eltern zusammengestellt.

Weiter informieren

Kinder brauchen unsere Unterstützung

Vorbild sein – keine leichte Übung

Der Umgang mit digitalen Medien ist für Kinder deshalb so selbstverständlich, weil er es auch für Eltern ist. Eltern leben es vor: Das Smartphone ist immer dabei, wird nur selten aus der Hand gelegt. Dazu ein Tablet, um schnell etwas nachzuschlagen. Es kann helfen, das eigene Nutzungsverhalten von digitalen Medien zu überprüfen, weniger Zeit online und stattdessen mehr Zeit offline zu verbringen. Kindern zuzuhören, eine gute Beziehung aufbauen, sie bestärken. Das ist sicher nicht immer leicht, aber ein wichtiger Schritt.

Im Einsatz für Kinder: Innocence in Danger

Der Verein Innocence in Danger hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder vor sexuellem Missbrauch und pornografischer Ausbeutung im Internet zu schützen. Weltweit setzt sich Innocence in Danger vor allem gegen die Verbreitung von Kinderpornographie über das Internet ein. Mit intensiver Aufklärungs- und Pressearbeit sorgt Innocence in Danger dafür, dass das Tabuthema kein Tabuthema bleibt und die Öffentlichkeit auf die Gefahr aufmerksam wird. Die Initiative bringt Jugendhilfe, Wirtschaft und Politik zusammen, weil der Kampf gegen sexuellen Missbrauch im Internet nur mit vereinten Kräften erfolgreich ist.

Innocence in Danger und Kleinanzeigen: Gemeinsam für digitalen Kinderschutz

Cybergrooming passiert auch bei uns. Kinder ab 12 Jahren können auf Kleinanzeigen mit ihrem eigenen Konto unterwegs sein. Unser Team arbeitet daran, es Tätern zu erschweren, auf Kleinanzeigen Cybergrooming zu betreiben. Neben technischen Verbesserungen wollen wir auch aufklären. Zusammen mit Innocence in Danger möchten wir Cybergrooming bekämpfen – indem wir Eltern und Kinder für das Thema sensibilisieren, Informationen bereitstellen und Anlaufstellen für Betroffene benennen.

Für Kinder und Jugendliche haben wir Tipps & Tricks für das richtige Verhalten im Netz sowie Hilfsangebote für Betroffene auf einer eigenen Seite zusammengetragen.

Hier finden Opfer von sexuellem Missbrauch und Angehörige Hilfe:

Weitere Anlaufstellen, Informationen und hilfreiche Tipps findest du auf www.innocenceindanger.de .

Quellennachweise

1 https://www.innocenceindanger.de/fuer-medien-politik/

2 https://www.gefangenimnetz.de/