Mit dem Bus in 15 Minuten direkt zur Arbeit, in der Mittagspause mal eben schnell ins Einkaufszentrum und nach Feierabend spontan mit den Kumpels ins Kino. Wenn du in der Stadt wohnst, klingt das für dich wahrscheinlich ganz selbstverständlich. Auf dem Land ist es das nicht unbedingt. Deshalb würden viele niemals auf die Vorteile der Stadt verzichten wollen – trotz aller Argumente, die für das Landleben sprechen.
Kultur- und Freizeitangebote
Ganz egal, ob du Tanztheater liebst, dich für Renaissance-Malerei begeisterst oder bei jedem Kinostart dabei bist: Die unzähligen Museen, Kinos und Veranstaltungshallen der Städte bieten Dutzende Events jeder Art, das ganze Jahr lang. An Langeweile ist hier kaum zu denken.
Und selbst wenn mal ein Tag ohne kulturelles Programm vergeht, stehen dir mehrere Parks, Indoor- und Outdoor-Sportanlagen und offene Bildungseinrichtungen zur Verfügung. Hast du Lust, an der Volkshochschule Spanisch oder Programmieren zu lernen? Oder dein neues Mountainbike im Skatepark auszuprobieren? In der Stadt ist alles möglich.
Und abends kannst du dich für deinen Fleiß mit einem Essen beim traditionellen Italiener oder in einem modernen Asia-Fusion-Bistro belohnen.
Mehr Jobs – größere Auswahl
Wie bereits erwähnt, setzen sich viele Firmen – insbesondere Start-ups und Dienstleister – gerne in größeren Städten an. Dort erreichen sie eine breitere Klientel, können sich leichter mit Geschäftspartnern vernetzen oder geeignete Büroräume finden.
In Deutschland ist Berlin der absolute Spitzenreiter mit fast 165 000 Unternehmenssitzen im Jahr 2023, gefolgt von Hamburg, München und Köln.
Du kommst leicht (fast) überallhin
In vielen deutschen Städten hat der ÖPNV ein gut ausgebautes Netz vorzuweisen – und es wird kontinuierlich an Verbesserungen getüftelt. In fast allen Großstädten gibt es mittlerweile Handytickets für den Nahverkehr, darunter das allseits beliebte Deutschlandticket, das 2023 eingeführt wurde und für den Nahverkehr in allen deutschen Städten gilt.
In Berlin und Rostock werden seit 2019 kostenlose Schülertickets angeboten. Und in Städten wie Bonn, Frankfurt am Main, Kassel und Mainz wohnen insgesamt über 99 % aller Einwohner in weniger als 600 Metern Entfernung zu einer Bushaltestelle und/oder weniger als 1,2 Kilometern Entfernung zu einem Bahnhof, der von mindestens 20 Zügen täglich angefahren wird.
In der ländlichen Gemeinde Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen sind es hingegen nur knapp über 50 % aller Einwohner, im bayerischen Kreis Dingolfing-Landau sogar unter 30 %.
Das Stadtleben hat es dir angetan, du möchtest aber nicht gleich eine Eigentumswohnung kaufen? Dann schau doch mal in unsere 5 Gründe, warum es sich lohnt, eine Stadtwohnung zu mieten.
Leben in der Stadt: Nachteile
Schlechte Luft, viel Verkehr, hohe Mieten und die Nachbarn grüßen einen nicht mal. Das Stadtleben hat auch seine Schattenseiten. Viele kommen damit gut klar – doch ist es das wirklich wert? Werfen wir mal einen genaueren Blick auf die Probleme der Stadtmenschen.
Es wird teu(r)er
In den vergangenen Jahrzehnten zog es immer mehr Menschen vom Land in die Stadt. Doch neuer Wohnraum entstand nicht schnell genug, um mit dieser Entwicklung mitzuhalten. Zudem hat die steigende Beliebtheit von Ferienwohnungen dazu beigetragen, dass ein Teil der verfügbaren Immobilien nicht dauerhaft vermietet, sondern Touristen zur Verfügung gestellt wurde.
Dadurch ist die Nachfrage auf dem städtischen Immobilienmarkt sehr hoch, das Angebot aber recht überschaubar. Das treibt die Mieten seit Jahren stetig in die Höhe.
Während zum Beispiel in Berlin die Mieter 2016 noch im Schnitt 9 Euro pro Quadratmeter zahlten, waren es 2023 bereits 24,50 Euro. In den letzten paar Jahren hat sich der Zustand also drastisch verschlechtert. Und im Moment ist noch kein Ende dieses Trends abzusehen.
Der Spiegel hat bereits sogar berichtet, dass bis 2025 eine Million Wohnungen fehlen könnten. Dadurch dürfte sich die Situation weiter zuspitzen.
Der Alltagsstress steigt
Das Leben in einer Stadt kann ganz schön chaotisch und frustrierend werden. Allein der dichte Verkehr verursacht nicht nur Lärm und Luftverschmutzung, sondern sorgt auch für Frust bei Menschen, die regelmäßig zur Arbeit oder Schule pendeln müssen.
In den Supermärkten sind Kunden oft schon froh, wenn die Schlange aus weniger als fünf Personen besteht. Und Dienstleister sind regelmäßig Monate im Voraus ausgebucht. Wenn du dich für das Leben in der Stadt entscheiden möchtest, musst du mit solchen Stressfaktoren leicht umgehen können.
Entfremdung
Einsam unter Menschen: Für viele ist das eine Definition der Großstadt. Denn obwohl du jeden Tag Hunderten von Menschen begegnest – bei der Arbeit, auf der Straße oder im Supermarkt – steht dir oft keiner von ihnen wirklich nahe. In großen Wohnblöcken oder dicht bebauten Siedlungen verlierst du schnell den Überblick, wer deine Nachbarn sind.
Dementsprechend kann es sich schwieriger gestalten, Kontakte zu knüpfen oder ein Gefühl der Solidarität und Zusammengehörigkeit entstehen zu lassen. Wenn du also mit sozialer Isolierung nicht gut zurechtkommst, könnte das gewachsene Umfeld eines Dorfes oder einer Kleinstadt dir mehr zusagen.
Stadt oder Land: Wo lebt es sich besser?
Nach den vielen aufgeführten Vor- und Nachteilen des Lebens in der Stadt und auf dem Land kannst du dir wahrscheinlich schon denken, dass sich diese Frage gar nicht so leicht beantworten lässt. Denn vieles hängt vom eigenen Charakter und den persönlichen Vorlieben ab.
Außerdem spielen oftmals das Alter und die aktuelle Lebensphase eine wichtige Rolle. Viele jungen Menschen und gerade Studierende zieht es eher in die Stadt, während die meisten im Alter eine ruhigere Umgebung bevorzugen.
Ein gewisser Kompromiss ist natürlich eine suburbane Region, in der man von den Vorteilen beider Lebensweisen profitieren kann.
Wo lebt man günstiger?
Hier lässt sich keine eindeutige Antwort geben, denn es gibt Vor- und Nachteile auf beiden Seiten. Nach einer Studie der Sparda-Banken sind Mieten und Immobilienpreise auf dem Land zwar in der Regel deutlich günstiger, allerdings musst du mit höheren Mobilitätskosten rechnen. Somit nähern sich die Kosten wieder weiter an, denn in der Stadt kannst du auf ein Auto vielleicht komplett verzichten.
Fazit: Viele Faktoren spielen hier eine Rolle, zum Beispiel die Größe der Familie, das Grundstück, die Entfernung zur Arbeit usw.
Wo lebt man gesünder?
Die städtische Umgebung kann Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität positiv beeinflussen. Allerdings gibt es auch Herausforderungen wie Umweltbelastung und hohe Dichte (BBSR) – wobei immer mehr Städte großen Wert auf die Verbesserung der Luftqualität und eine Senkung der Verschmutzung legen.
Auf dem Land gibt es zwar mehr Platz und Natur, aber auch Nachteile wie eine schlechtere Infrastruktur und eine eingeschränkte Mobilität, die sich auf die Gesundheit auswirken können.
Fazit: Insgesamt hängt es sehr von den individuellen Umständen und Lebenssituationen ab, ob man auf dem Land oder in der Stadt gesünder lebt.
Wo wird man älter?
Laut Statistischem Bundesamt leben mehr ältere Menschen (ab 65 Jahren) in dünn besiedelten ländlichen Gebieten. Dies könnte darauf hindeuten, dass Menschen auf dem Land älter werden. Allerdings zeigt eine Studie der Dia-Vorsorge, dass jüngere Senioren auf dem Land eine geringere Sterblichkeit haben, während ältere Menschen in der Stadt länger leben.
Die Gründe dafür sind komplex und hängen mit Faktoren wie Infrastruktur, Mobilität, Sozialstruktur und Gelegenheitsstrukturen zusammen (DZA).
Fazit: Beide Optionen scheinen ihre Vorteile zu haben und ein Mix aus den jeweiligen Orten zu unterschiedlichen Lebenszeiten könnte die beste Lösung sein. Eventuell bietet das Leben im Speckgürtel die Vorteile des Land- und Stadtlebens auch im Alter.
Wo wird man glücklicher?
Auf dem Land werden oft Umstände wie mehr Platz, Natur, frische Luft und Ruhe als Glücksfaktoren genannt. Allerdings kann es dort auch an Infrastruktur, Mobilität und Sozialkontakten mangeln.
In der Stadt bietet das Angebot an Kultur, Unterhaltung und Arbeitsmöglichkeiten mehr Chancen, wirklich glücklich zu sein. Aber auch Stress und Hektik können sich auf deine Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit auswirken.
Fazit: Letztlich hängt es sehr von den individuellen Bedürfnissen und Lebenssituationen ab, ob man auf dem Land oder in der Stadt glücklicher wird.