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Was die Deutschen nicht loslassen können: Mehr als jeder Vierte behält Erbstücke & Co. aus Angst vor Reue

Zuletzt aktualisiert am: 16.03.2026 von Kleinanzeigen

Berlin, 16. März 2026 – Ob vergilbte Liebesbriefe oder das Porzellan von Oma: Was Erinnerungen trägt, wirft man nicht einfach weg, selbst wenn man keinen Nutzen dafür hat. Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag von Kleinanzeigen zeigt, welche Gegenstände einen besonders hohen emotionalen Wert für die Deutschen haben, wer sich besonders schwer davon trennen kann und wie Lebensumbrüche das Loslassen prägen.

Top 5 der Gegenstände, an denen die Deutschen emotional hängen

Ob Schmuck, Möbelstücke oder Porzellan: Erbstücke und Andenken an Verstorbene landen auf Platz eins der Gegenstände, die die Deutschen aus emotionalen Gründen behalten (47 %), obwohl sie im Alltag keine Verwendung dafür haben. Auf Platz zwei rangieren Geschenke von nahestehenden Menschen sowie Souvenirs und Reiseandenken – jeder zweite Deutsche hält daran fest (jeweils 46 %). Abschlussbücher, Hochzeitskleider und Urkunden: Erinnerungsstücke an prägende Lebensabschnitte landen auf Platz drei der Gegenstände, an denen die Deutschen emotional hängen (45 %) – sogar noch vor Erinnerungsstücken aus der Kindheit und Jugend wie Kuscheltiere, Bücher und Instrumente. 44 Prozent der Befragten gaben an, diese aus emotionalen Gründen zu behalten.

Frauen hängen mehr an persönlichen Schätzen als Männer

Während Männer beim Ausmisten eher pragmatisch sind, hängen Frauen und auch die Gen Z sehr an Gegenständen mit emotionalem Wert – ihnen fällt das Loslassen deutlich schwerer. Frauen hüten öfter Erinnerungen als Männer: 50 Prozent bewahren physische Briefe und Karten auf (Männer: 34 %), und 36 Prozent horten Erinnerungen von ihren Kindern, wie die ersten Schuhe oder Spielzeug (Männer: nur 22 %). Der radikalste Unterschied der Geschlechter zeigt sich jedoch am Festhalten von Dingen mit emotionalem Wert: Während nur fünf Prozent der Frauen angeben, absolut gar keine emotionalen Gegenstände zu besitzen, sind es bei den Männern mit 13 Prozent fast dreimal so viele.

Gen Z hütet und digitalisiert Papier, Boomer entrümpeln für die Kinder

Im Zeitalter von Instagram und Cloud-Speichern haben physische Andenken ausgedient? Weit gefehlt! Die Umfrage zeigt: Stolze 39 Prozent der Gen Z bewahren Briefe, Karten oder Tagebücher auf – das ist fast exakt der gleiche Wert wie bei der Generation der Babyboomer (40 %). Die Gen Z (33 %) hat jedoch deutlich mehr Sorge, das Wegwerfen später einmal zu bereuen als die Generation der Boomer (20 %). Um dem vorzubeugen, setzen die Jüngeren auf Technik: 14 Prozent der Gen Z digitalisieren ihre Schätze (fotografieren oder scannen), bevor sie sich physisch von ihnen trennen – doppelt so viele wie in der Generation X (6 %) und bei den Boomern (7%). Besonders die Boomer (18 %) planen, ihre Besitztümer noch zu Lebzeiten selbst zu sortieren und zu entsorgen, um ihren Kindern die schwierige Entscheidung abzunehmen. Bei der Gen Z ist dieser Gedanke an die Nachwelt naturgemäß noch niedriger (10 %).

Angst vor dem „Wegwerf-Reue-Effekt“

Warum fällt das Trennen so schwer? Es ist die Angst vor dem Identitätsverlust. 30 Prozent der Deutschen haben das Gefühl, ein Stück ihrer eigenen Lebensgeschichte zu verlieren, wenn sie Dinge, an die Erinnerungen geknüpft sind, entsorgen. Weitere 27 Prozent behalten Gegenstände aus Angst, das Weggeben später zu bereuen. 56 Prozent können sich nicht trennen, weil die Gegenstände “Erinnerungen lebendig” halten und “positive Erinnerungen” (54 %) wecken. 36 Prozent der befragten Frauen behalten Gegenstände, weil sie ihnen “ein Gefühl von Nähe zu einer Person oder Zeit” geben. Die Männer sind da deutlich weniger sentimental: Für nur 26 Prozent von ihnen ist das ein Grund, an Dingen festzuhalten, für die sie im Alltag keine Verwendung mehr haben.

Generationen-Check: Große Umbrüche als Ausmister-Turbo

Wann fliegt der Ballast endlich raus? Während Boomer ihren Dingen oft ein Leben lang treu bleiben, nutzt die Gen Z radikale Einschnitte. 22 Prozent der jungen Erwachsenen entscheiden sich durch lebensveränderte Einschnitte, wie eine Trennung oder einen Umzug für einen emotionalen Kahlschlag. Bei den Boomern sind es nur 14 Prozent. Insgesamt geben 16 Prozent der befragten Deutschen an, sich durch größere Lebensumbrüche von Gegenständen mit emotionalen Wert zu trennen. Die ältere Generation bleibt eher beim klassischen Vererben: 23 Prozent der Boomer planen, ihre Schätze zu Lebzeiten oder per Testament an die nächste Generation weiterzugeben. 19 Prozent der Deutschen wollen sich niemals von ihren Gegenständen mit emotionalen Wert trennen – besonders anhänglich zeigen sich dabei die Millennials mit 22 Prozent.

Abschied mit Herz: Auf der Suche nach wertschätzenden Händen

Ein häufiger Grund, warum Erbstücke und Souvenirs oft Jahrzehnte im Schrank verstauben: Die Sorge um ihr „Schicksal“. 14 Prozent der Befragten geben an, dass sie Gegenstände nur behalten, weil sie sicherstellen wollen, dass diese in „wertschätzende Hände“ gelangen. Plattformen wie Kleinanzeigen bieten die Möglichkeit, neue Besitzerinnen oder Besitzer zu finden, die den alten Sessel der Großeltern als Einzelstück zu schätzen wissen oder schon lange nach einem gut erhaltenen Plattenspieler gesucht haben.

Über die Studie

Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov-Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum vom 25. bis 27.02.2026 insgesamt 2.126 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

Über Kleinanzeigen

Kleinanzeigen ist der führende Online-Kleinanzeigenmarkt und mit monatlich mehr als 32 Millionen Besucherinnen und Besuchern eines der reichweitenstärksten Webangebote in Deutschland. In zahlreichen Kategorien sind durchschnittlich mehr als 58 Millionen Anzeigen verfügbar – von Kinderbedarf über Elektronik bis hin zu Immobilien. Auf Kleinanzeigen wird überwiegend secondhand gehandelt. Damit leisten Nutzerinnen und Nutzer einen aktiven Beitrag für mehr Nachhaltigkeit. Unternehmen bietet Kleinanzeigen die Möglichkeit, ihre Leistungen einfach online zu präsentieren.

Ansprechpartnerin für Medien

Fiona Kleinert – Consumer & Sustainability Communications Manager

medien@kleinanzeigen.de
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