Berlin, 29. Juli 2026 – Glaubt man den Social Media Trends, dann interessiert sich neuerdings ganz Deutschland für Sauerteigbrote, Kaffeezubereitung, Radrennsport oder Pilates. Aus einstigen Feierabend-Hobbys sind ganze Persönlichkeiten mit eigener Ästhetik und Community geworden. Eine repräsentative Umfrage und Plattformdaten von Kleinanzeigen zeigen: Ganz falsch liegt das Bauchgefühl aus dem Feed nicht – allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen den Generationen.
Bei der Wahl ihrer Hobbys und Interessen setzt die Gen Z (1997-20121) deutlich auf Selbstoptimierung und Selbstfindung: Mehr als jede:r Vierte in dieser Altersgruppe (27 %) interessiert sich für Spiritualität und Selbstfindung, während gut ein Drittel (36 %) Gefallen an Sport findet, unter anderem auch intensive Formen wie Marathon oder Hyrox.
Auch beim Thema Ernährung zeigt sich ein klarer Trend: Jede:r Sechste in der Gen Z (17 %) hat in den letzten ein bis zwei Jahren mit dem Brotbacken oder Fermentieren begonnen. Die internen Suchanfragen bei Kleinanzeigen (Zeitraum: Mai 2025 bis April 2026) untermauern diesen Trend: Die Suche nach dem Begriff „Sauerteigstarter“ explodierte um 936 Prozent. Auch das passende handwerkliche Zubehör verzeichnet enorme Wachstumsraten: Suchanfragen nach „Gusseisentopf“ stiegen um 131 Prozent, nach „Banneton“ um 50 Prozent und nach „Gärkorb“ um 35 Prozent. Auch beim Thema Küche zeigt sich das Interesse an hochwertiger Ausstattung in der jüngeren Generation: Der Trend zu hochwertigen Küchengeräten wie dem Thermomix liegt bei der Gen Z bei 22 Prozent – bei den Boomern (1946-19641) sind es lediglich sechs Prozent. Gleichzeitig stiegen die Suchanfragen nach Trend-Küchenmarken wie „Le Creuset“ (+12 %) oder „Staub Cocotte“ (+29 %).
Dabei lassen sich vor allem Gen Z (15 %) und Millennials (14 %) gerne von Social Media zu neuen Anschaffungen und Hobbys inspirieren.
Die Quarterlife-Crisis: Ausmisten, Ausbrechen und Espresso-Kontrolle In der Rushhour des Lebens zwischen Karriere und Familie, dient für Millennials (1981-19961) ein neues Hobby vor allem der Stressbewältigung (34 %) und Selbstoptimierung (34 %). Besonders beliebt ist dabei das Schaffen von Ordnung: Mehr als jeder fünfte Millennial (22 %) hat kürzlich mit radikalem Ausmisten und Minimalismus begonnen. Auffällig ist dabei die Geschlechterverteilung: Während sich mehr als jede vierte befragte Frau (27 %) dem Aufräumen widmet, sind es bei den Männern nur 14 Prozent.
Bei den Männern zeigt sich stattdessen ein anderer Trend: Das Interesse an Rennrädern, Gravelbikes und Co. ist bei ihnen mit 16 Prozent exakt doppelt so hoch wie bei Frauen (8 %). Insgesamt nutzt rund jeder siebte Millennial (15 %) das Fahrrad als Ausgleich. Die Plattformdaten von Kleinanzeigen zeigen wachsende Suchen nach Zubehör wie „Rennrad Schuhe“ (+24 %) oder der Premium-Radsportmarke „Assos“ (+15 %). Auch das Thema Kaffee gewinnt an Bedeutung: Rund jede:r Siebte der unter 45-Jährigen (15 %) investiert ins Home-Barista-Setup. Entsprechend stiegen die Suchanfragen auf Kleinanzeigen nach dem Begriff „Siebträger“ um 19 Prozent, Premium-Marken wie „Rocket Espresso“ legten um 24 Prozent und „La Marzocco“ sogar um 30 Prozent zu.
Die Boomer: Wenig neue Interessen, klarer Fokus aufs Zuhause Die Generation der Boomer (1946-19641) zeigt ein anderes Bild. Mehr als die Hälfte (53 %) gibt an, in letzter Zeit keine neuen Interessen entwickelt zu haben. Wenn diese Generation neue Hobbys startet, dann am ehesten, um aus alten Routinen auszubrechen (37 %). Dabei steht das eigene Zuhause im Fokus: Heimwerker-Projekte und Ausmisten sind mit rund 18 Prozent das Hobby, für das sich Boomer am meisten neu interessieren.
1 Generationsgrenzen gemäß den Definitionen von YouGov.
Über die Umfrage Die Auswertung der Suchvolumina basiert auf internen Plattformdaten von Kleinanzeigen im Zeitraum Mai 2025 bis April 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Daten der zitierten Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 29.05.-01.06.2026 insgesamt 2.040 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
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