Berlin, 18. Mai 2026 – Wer seine Kindheit in den Neunzigern und frühen Zweitausendern verbracht hat, dürfte gerade ein Déjà-vu erleben: Vom duftenden Diddl-Block bis zur pinken Digicam – die Pausenhof-Statussymbole sind zurück. Nur könnten sie heute einiges mehr wert sein. Welche das sind und warum nostalgischen Produkte gerade ein Comeback erleben, zeigen eine interne Auswertung und eine repräsentative Umfrage* von Kleinanzeigen.
Diddl geht wieder an den Markt, Stars verkaufen ihre Alben als Schallplatten und Low-Rise löst High-Waist ab: Nostalgie liegt gerade voll im Trend. Insbesondere die Neunziger und Zweitausender erleben ein außergewöhnliches Revival. Auch auf Kleinanzeigen. Vom Apple iPod über Pokémon bis zum Sony Walkman: Entweder steigen die Inserate, die Suchanfragen oder die Preise. Oder alles drei.
Laut einer von Kleinanzeigen beauftragten YouGov-Umfrage schätzen 29 Prozent die Einzigartigkeit dieser Artikel sowie die Tatsache, dass sie heute so nicht mehr hergestellt werden. 27 Prozent überzeugt die Qualität, 25 Prozent das Design. All das führt dazu, dass es mehr als ein Drittel (35 %) der Befragten rückblickend schade findet, Dinge aus der eigenen Kindheit oder Jugend weggeworfen oder verkauft zu haben.
Dabei sind es vor allem junge Leute, die nostalgische Artikel suchen. So kaufen 13 Prozent der 18- bis 29-Jährigen Nostalgie-Produkte, weil sie im Trend sind. Zum Vergleich: Bei den Boomern sagt mehr als ein Drittel (34 %) keine solcher Artikel zu kaufen und das auch nicht zu planen. Bei Gen Z und Millennials ist es dagegen jeder Vierte (24 %), der oder die bewusst Dinge aus der Kindheit oder Jugend kauft, die er oder sie sich früher nicht leisten konnte oder bekommen hat.
Suchen: Alte Technik ist besonders gefragt
Dabei fällt auf: Gerade die jüngste Generation begeistert sich für Artikel, die es in ihrer Kindheit schon gar nicht mehr gab. Kauft sich die Gen Z also eine Zeit zurück, die sie nie hatte?
Auf Kleinanzeigen sieht alles danach aus. Gerade Technik-Gadgets sind bei Käuferinnen und Käufern besonders gefragt. So sind etwa die Suchanfragen nach „Digicam“ seit Anfang 2021 um mehr als 3.600 Prozent gestiegen. Der Begriff „Digitalkamera“ hat um mehr als 223 Prozent zugelegt. Auch der „Walkman“ ist wieder angesagt. Anfang 2026 wurde er mehr als 50 Prozent häufiger gesucht als noch vor fünf Jahren. Jene Modelle von Sony sogar 81 Prozent häufiger. Und auch iPods gewinnen mit gut 28 Prozent mehr Suchanfragen an Aufmerksamkeit.
Diddl feiert ebenfalls sein Comeback: Die Suchen nach der kultigen Kuschelmaus sind im Vergleich zum Zeitraum vor fünf Jahren um mehr als 70 Prozent gestiegen. Auch Bratz-Puppen sind zurück mit 22 Prozent mehr Suchanfragen im selben Zeitraum. Doch nicht nur technische Gadgets und Spielzeug sind wieder angesagt. Die als Ostalgie bekannt gewordene Nachfrage nach DDR-Design wirkt sich auch auf Kleinanzeigen aus: Um knapp ein Drittel (29 %) sind die Suchen nach „DDR-Möbel“ seit 2021 in die Höhe gegangen.
Inserate: Diddl-Maus, Pokémon
Doch nicht nur die Suchanfragen, auch die Zahl der Angebote ist in vielen Fällen gestiegen. So wurde der Diddl-Duftblock in den ersten drei Monaten dieses Jahres fast 100 Mal inseriert. Damit haben sich die Anzeigen im Vergleich zum Zeitraum vor fünf Jahren fast vervierfacht. Ähnlich wie bei Pokémon und dessen beliebten Mega-Evolution-Karten. Mit einem Sprung von circa 70 auf 280 Anzeigen im Fünfjahresvergleich der jeweils ersten drei Monate hat sich das Volumen ebenfalls nahezu vervierfacht.
Preise: Die Diddl-Maus als Cashcow?
Mit der gestiegenen Nachfrage können die Angebote jedoch nicht immer mithalten – auch weil viele der Kultprodukte heute nicht mehr hergestellt und entsprechend knapper werden. Das wirkt sich wiederum auf die Preise aus. Wer also überzeugt war, der Diddl-Ordner auf dem Dachboden könnte eines Tages etwas wert sein, könnte auf lange Sicht vielleicht sogar Recht behalten. Zumindest sind die Preise in den letzten Jahren deutlich angestiegen. So haben etwa Diddl-Relief-Blöcke seit 2021 um 357 Prozent zugelegt. Ähnlich die Diddl-Magic-3D-Blöcke mit einer Preissteigerung von 236 Prozent und die Diddl-Duftblöcke mit 28 Prozent. Jedoch sollten sich Schnäppchenjäger von den hohen Wachstumsraten nicht abschrecken lassen: Die tatsächlichen Durchschnittspreise bewegen sich immer noch im einstelligen Bereich mit circa sechs bis acht Euro.
Anders sieht das dagegen beim Tamagotchi aus. Kostete die Tamagotchi Connection Version Anfang 2021 im Durchschnitt noch circa 20 Euro, sind es heute fast schon 70 Euro – ein Plus von 220 Prozent. Auch Digitalkameras werden teurer. So haben die Sony Cyber-shot W170 um 184 Prozent, die Cyber-shot W120 um 123 Prozent (beide aktuell ca. 65 Euro) und die Canon Powershot G10 um 69 Prozent (aktuell ca. 130 Euro) zugelegt. Wer sparen will, wendet sich der Canon Powershot G2 zu. Unter den analysierten Modellen ist sie das einzige Modell mit Wertverlust (- 10 Prozent) und liegt aktuell bei circa. 27 Euro.
Ebenfalls begehrt sind die iPod Classics der 5. Generation, was sich auch im Preis zeigt: Durchschnittlich 90 Euro wollen Verkäuferinnen und Verkäufer aktuell dafür – circa 70 Prozent mehr als vor fünf Jahren noch. Gleichzeitig hat auch der Sony Walkman um 55 Prozent (aktuell ca. 55 Euro) zugelegt.
Fotos auf einer Speicherkarte, Musik über Kabelkopfhörer: Das passt zu einer Entwicklung, die mit dem Nostalgie-Trend einhergeht. So sagen laut Umfrage 16 Prozent – bei Gen Z und Millennials sogar jeder Dritte (33 %) –, die Produkte seien für sie ein bewusster Gegenpol zur digitalen, schnelllebigen Welt. Und wenn sie nur an die eigene Kindheit erinnern.
Über die Umfrage
Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 25. bis 27.03.2026 insgesamt 2.226 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
Über Kleinanzeigen
Kleinanzeigen ist der führende Online-Kleinanzeigenmarkt und mit monatlich mehr als 32 Millionen Besucherinnen und Besuchern eines der reichweitenstärksten Webangebote in Deutschland. In zahlreichen Kategorien sind durchschnittlich mehr als 58 Millionen Anzeigen verfügbar – von Kinderbedarf über Elektronik bis hin zu Immobilien. Auf Kleinanzeigen wird überwiegend Secondhand gehandelt. Damit leisten Nutzerinnen und Nutzer einen aktiven Beitrag für mehr Nachhaltigkeit. Unternehmen bietet Kleinanzeigen die Möglichkeit, ihre Leistungen einfach online zu präsentieren.

