Was muss ich bei einem Fahrradträger beachten?

21.01.2022 | von Kleinanzeigen

Ratgeber

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Welche Arten von Fahrradträgern gibt es?
  2. 2Was kostet ein Fahrradträger?
  3. 3Wo kauft man Fahrradträger?
  4. 4Tipps zum Gebrauchtkauf
  5. 5Achtung bei den Maßen – wie breit sind Fahrradträger?
  6. 6Wer darf mit Fahrradträgern fahren?
  7. 7Wie viel km/h sind erlaubt?
  8. 8Braucht man eine Warntafel?
  9. 9Kennzeichen für Fahrradträger
  10. 10Weitere Tipps für die Fahrt
  11. 11Fazit

Ob E-Bike, Rennrad, Mountainbike, Trekking-Räder oder einfach die Räder der Familie: Mit dem passenden Fahrradträger für das Auto kannst du sie ganz leicht transportieren und sogar mit in den Urlaub nehmen. Wir verraten dir, welche unterschiedlichen Arten von Fahrradträgern es gibt und welche Vor- und Nachteile sie haben. Außerdem erfährst du, wieviel du für einen Fahrradträger investieren musst und erhältst weitere wichtige Infos und Tipps.

Welche Arten von Fahrradträgern gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Fahrradträgern. Welcher für dich geeignet ist, hängt sowohl von den Fahrrädern als auch deinem Auto ab. Du als Fahrer spielst ebenfalls eine Rolle. Hier findest du heraus, ob ein Dachträger, Kupplungsträger, Heckträger oder ein anderes System für dich geeignet ist:

Dachträger

Dachträger waren die ersten Fahrradträger – jedenfalls in Deutschland. Lange Zeit war nur diese Trägerform erlaubt. Um einen Fahrradträger auf dem Autodach zu montieren, braucht es allerdings eine Verankerung. Eine Dachreling beispielsweise, oder auch Befestigungspunkte für einen Grundträger. Diese sind meist versenkt und unter einer Abdeckung versteckt. Es gibt allerdings auch Hersteller (z. B. Thule), die Fahrradträger für Autos ohne Reling oder Fixierpunkte anbieten. Mit anderen Dachträgern wiederum, von Unitec-Fischer beispielsweise, kannst du Räder liegend transportieren.

Pro:

  1. Platz für mehrere Fahrräder
  2. lassen die Sicht nach hinten frei
  3. für viele verschiedene Fahrzeugtypen erhältlich
  4. vergleichsweise günstig

Contra:

  1. eignet sich nur für leichte Räder
  2. Montage und Aufladen sind umständlich, geht besser zu zweit
  3. Fahrverhalten des Autos ändert sich merklich, Luftwiderstand wird höher, Fahrzeugschwerpunkt verlagert sich nach oben
  4. Spritverbrauch erhöht sich um rund 35 %
  5. Vorsicht ist geboten bei Tiefgaragen, niedrig hängenden Ästen, Tunneln oder Brücken

Heckklappenträger

Wenn du dich für einen Heckträger entscheidest, solltest du ein Modell wählen, das mit deinem Fahrzeug kompatibel ist. Wenn nicht, riskierst du, dass die Scharniere der Hecklappe massiv leiden – denn diese sind nicht unbedingt für eine solche Belastung gebaut. Grundvoraussetzung, damit es funktioniert, ist allerdings die Bauweise des Hecks. Ideal sind Fließ- oder Steilhecks. Auf einem Stufenheck wirst du keinen gewöhnlichen Fahrradträger anbringen können. Aber auch hier gibt es Sonderkonstruktionen. Wenn du ein Auto mit Stufenheck hast, sieh dich ruhig danach um.

Pro:

  1. besonders solide und stabil
  2. lassen sich nach Gebrauch einklappen
  3. sind in der Regel günstiger als Kupplungsträger

Contra:

  1. eignen sich nicht für alle Karosserien
  2. Scharniere der Heckklappen werden durch das Gewicht stark belastet
  3. Sicht nach hinten ist eingeschränkt
  4. Benzinverbrauch erhöht sich um rund 20 %

Träger für Autos mit Anhängerkupplung

Fahrradträger für Autos mit Anhängerkupplung werden mittlerweile am häufigsten verkauft – ihr Marktanteil beträgt rund 80 Prozent. Sie lassen sich auf dem Kugelkopf von Anhängerkupplungen montieren und sind in der Regel mit allen Fahrzeugmarken und -typen kompatibel.

Besonders interessant für Mountainbikes, Trekkingräder und Pedelecs: Die aufgeladenen Räder dürfen jeweils bis zu 30 kg Gewicht haben. Die meisten dieser Träger sind für zwei Fahrräder konzipiert und viele Modelle lassen sich erweitern. Auffahrschienen zum Beladen und Klapp-Mechanismen zum Öffnen des Kofferraums erleichtern die Handhabung.

Pro:

  1. niedrige Ladehöhe und leichte Montage
  2. schnelles, einfaches Be- und Entladen
  3. niedrige Höhe, kaum Einfluss auf Luftwiderstand
  4. Mehrverbrauch Benzin liegt bei rund 10 Prozent
  5. Sicht nach hinten bleibt weitgehend frei

Contra:

  1. Anhängerkupplung ist Voraussetzung
  2. benötigt eigene Rückleuchten
  3. je nach Land sind Warntafeln erforderlich
  4. Fahrverhalten wird hecklastig
  5. Breite Fahrräder passen z. T. nicht nebeneinander

Integrierte Fahrradträger-Systeme

Einige Hersteller, wie beispielsweise Opel, bieten für mache Baureihen Fahrradträger-Systeme („FlexFix“) an, die im hinteren Stoßfänger integriert sind. Diese lassen sich bei Bedarf wie eine Schublade herausziehen und befördern je nach Größe zwei bis vier Räder.

Was kostet ein Fahrradträger?

Das teuerste System ist das integrierte: Es ist einfach zu handhaben und ein sehr praktisches System. Allerdings muss man für dieses Vergnügen ein paar Euro hinblättern: bei rund 700 Euro für kleinere Modelle geht es los. Bei den anderen Systemen solltest du dich auf folgende Preise einstellen:

  • Fahrradträger für das Autodach gibt es unter 100 Euro
  • Heckträger liegen zwischen 250 und 750 Euro
  • Kupplungsträger kosten zwischen 300 und 800 Euro

Manche Heck- oder Kupplungsträger sind übrigens auch mit Näherungssensoren ausgestattet. Ein Modell mit diesem Extra-Komfort ist ab etwa 1000 Euro zu haben.


Wo kauft man Fahrradträger?

On- oder Offline? Das ist hier die Frage. Für einen Besuch im örtlichen Fachhandel spricht, dass man sich vor Ort mit einem Verkäufer unterhalten kann. Allerdings ist ein direkter Austausch auch im Internet über Chat-Funktionen, E-Mail oder per Telefon gewährleistet. Ein weiteres Plus beim Online-Kauf: Du kannst ganz leicht Preise und verschiedene Modelle vergleichen, bist nicht an Öffnungszeiten gebunden und in der Regel schneidest du beim Online-Kauf auch günstiger ab.

Zudem hast du online die Möglichkeit, den Fahrradträger deiner Wahl gebraucht zu finden. Das spart bares Geld und ist zudem auch nachhaltig.

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Tipps zum Gebrauchtkauf

Hochwertige Fahrradträger sind so gut verarbeitet, dass sie ihre Dienste viele Jahre tun. Du solltest dich also ruhig auf dem Gebrauchtmarkt umsehen. Bei Kleinanzeigen kannst du Modelle namhafter Hersteller zu unschlagbaren Preisen bekommen. Das ist nicht nur eine Wohltat für die Urlaubskasse, auch die Umwelt wird geschont. Ein paar Tipps vorab:


  • Vor der Auswahl: Recherchiere Testergebnisse für Fahrradträger verschiedener Hersteller, z. B. beim ADAC. Auch die Ergebnisse von Crashtests solltest du dir ansehen, bevor du dich für ein Modell entscheidest.
  • Achte auf die Jahreszeit: Die Preise für Fahrradträger verändern sich saisonal. In der Herbst-/Wintersaison wirst du in der Regel weniger zahlen als im Frühjahr oder Sommer.
  • Vergleiche Preise: Bei Kleinanzeigen kannst du ganz leicht die Preise für das Modell deiner Wahl vergleichen. Mit manchen Anbietern kannst du auch handeln.

Achtung bei den Maßen – wie breit sind Fahrradträger?

Hier solltest du vor dem Kauf genau hinsehen. Der Fahrradträger darf nämlich nicht breiter als dein Fahrzeug sein. Auch dürfen die Räder jeweils maximal 20 cm zu den Seiten überstehen und insgesamt nicht breiter als 2 m sein. Die maximale Breite eines Autos mit Fahrradträger und Rädern ist 2,55 m.


Höhe: Wie hoch dürfen Fahrradträger sein?

Besonders wichtig bei Dachträgern: Die maximale Höhe des Autos und der Dachladung darf vier Meter nicht überschreiten. Zudem darf die zulässige Dachlast nicht überschritten werden. In der Betriebsanleitung deines Autos findest du Informationen, was hier erlaubt ist.


Gewicht: Wie viel dürfen Fahrradträger wiegen?

Das Gewicht von Fahrradträgern kann je nach Ausführung unbeladen 15 kg (oder mehr) betragen. Beträgt z. B. die zulässige Stützlast deines Fahrzeugs „nur“ 50 kg, kannst du ein Rad mit einem Gewicht von bis zu 35 kg zuladen oder zwei entsprechend leichtere. Auch für andere Trägersysteme solltest du Gewicht und Zusatzlast im Auge behalten.

Wer darf mit Fahrradträgern fahren?

Prinzipiell jeder, der einen Führerschein und eine Fahrerlaubnis für mindestens Klasse B hat. Allerdings braucht dein Fahrradträger für manche Länder auch eine europäische Betriebserlaubnis (ABE). Modelle verschiedener Hersteller wie Thule, Uebler, Atera oder Eufab haben diese bereits ab Werk. Das ist praktisch, weil du dich dann nicht mit rechtlichen Gegebenheiten auseinandersetzen musst.

Generell gilt:

  • Träger und Räder müssen ausreichend gesichert sein
  • Länge, Breite und Höhe dürfen nicht größer sein als erlaubt
  • Die Beleuchtung darf durch den Fahrradträger nicht verdeckt sein
  • Das Kennzeichen muss lesbar sein
  • In manchen Ländern ist eine Warntafel Pflicht – erkundige dich vor der Fahrt
  • Die Bescheinigung einer offiziellen Prüfstelle ist immer gut

Wie viel km/h sind erlaubt?

In vielen Ländern gibt es auch auf der Autobahn ein Tempolimit. Aber selbst wenn du mit einem Fahrradträger in Deutschland unterwegs bist, solltest du die Geschwindigkeit von 120 bis 130 km/h nicht überschreiten. In der Bedienungsanleitung des Fahrradträgers findest du hierzu weitere Informationen.

Durch die Beladung ändert sich das Fahrverhalten deines Fahrzeugs, insbesondere beim Bremsen, in Kurven und auch beim Beschleunigen. Dies solltest du im Blick behalten, um dich und andere nicht zu gefährden. Etwas langsamer zu fahren als sonst, ist eine gute Idee.

Du willst dein altes Fahrrad verkaufen, weißt aber nicht, wie viel du dafür noch bekommen kannst? Erfahre bei uns, wie du den Wert deines Fahrrads ermittelst.

Braucht man eine Warntafel?

Das kommt darauf an, in welchem Land du fährst. In Spanien, Portugal, Italien, Österreich, Slowenien und Belgien beispielsweise musst du einen Fahrradträger immer mit einer speziellen Warntafel kennzeichnen. Wie genau, unterscheidet sich je nach Land. Ohne Warntafel wird es schnell teuer: Hier musst du mit Geldstrafen von rund 50 bis weit über 1000 Euro rechnen.

Kennzeichen für Fahrradträger

Wenn das hintere Kennzeichen durch den Fahrradträger teilweise oder vollständig verdeckt ist, muss am Auto oder Fahrradträger ein zusätzliches Kennzeichen angebracht werden. So, dass es gut sichtbar ist.

Weitere Tipps für die Fahrt

Je nach Trägermodell kann eine zusätzliche Sicherung durch einen Gurt sinnvoll sein. Und denke an die Papiere zum Fahrradträger, die du mitführen musst.

Damit die Fahrt zum echten Vergnügen wird, solltest du außerdem folgendes beachten:

  • Probiere (wenn möglich) das Trägersystem vor dem Kauf aus
  • Prüfe immer den Sitz der Befestigung nach der Montage
  • Kontrolliere den Halt nach ein paar Kilometern Fahrt
  • Mache eine kurze Probefahrt mit einem Bremstest, um ein Gespür für das veränderte Fahrverhalten zu bekommen
  • Polstere die Fahrradräder ggf. an Kontaktstellen, damit sie keine Kratzer bekommen
  • Erkundige dich vor einer Auslandsreise nach den Bestimmungen im jeweiligen Land
  • Denke an die Ladung, wenn du in eine Tiefgarage, Unterführung, usw. fährst
  • Bringe am besten einen Warnhinweis in deinem Sichtbereich an, damit du das bei der Fahrt nicht vergisst

Fazit

Nimm deine Räder einfach mit, wenn du das nächste Mal verreist. Mit dem richtigen Trägersystem ist das ganz leicht. Lies ein paar Bewertungen, bevor du dich endgültig entscheidest (und sieh dir ruhig auch Ergebnisse von Crashtests an) und dich online oder beim Händler deines Vertrauens auf die Suche begibst. Gebraucht kannst du sehr gute Träger oft sehr günstig bekommen. Und sollte es doch mal ein größerer Urlaub sein: Auch Wohnwagen lassen sich Second Hand günstig finden.

Worauf du bei Fahrradträgern achten musst, wenn du ein E-Bike hast, kannst du in unserem Artikel zu dem Thema erfahren.