Das Frühjahrsgutachten 2026, verfasst vom Rat der Immobilienweisen, macht deutlich, wie groß der Handlungsdruck im Wohnungsbau inzwischen ist. Die deutsche Immobilienwirtschaft befindet sich weniger in einer konjunkturellen Delle als in einer strukturellen Krise. Umso mehr sind das Handeln und die Expertise von Immobilienprofis gefragt.
Dass die Immobilienwirtschaft ins Straucheln geraten ist, spiegelt sich auch in den Zahlen des Gutachtens wider. Die Bauwirtschaft liegt rund 25 Prozent unter dem Niveau von 2022, das reale BIP wuchs 2025 gerade einmal um 0,2 Prozent. Im Wohnungsbau ist die Lage besonders angespannt: 2025 wurden nur rund 235.000 Wohnungen fertiggestellt, für 2026 werden lediglich 215.000 erwartet – bei einem jährlichen Bedarf von 257.400 Einheiten bis 2040. Die Angebotslücke wächst. Und mit ihr der politische und gesellschaftliche Druck. Doch in diesem Umfeld reicht die operative Routine nicht mehr aus. Wer heute im Wohnungsbau Verantwortung trägt, muss mehr leisten als Projektsteuerung und Kostenkontrolle. Gefragt sind erfahrene Immobilienprofis, die solche Entwicklungen einordnen und in diesen angespannten Marktphasen Verantwortung übernehmen können. Denn die im Gutachten benannten Ursachen wie komplexe Genehmigungsverfahren, hohe Erwerbsnebenkosten und regulatorische Unsicherheiten sind längst bekannt.
